Stupa-in-Samye-Ling_300Großes Denken wird immer aus Krisen entwickelt. – Viele Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen haben das in vielen Jahrhunderten vor uns erkannt, gesagt und hervorgebracht. Die Krisen kamen trotzdem immer wieder. – Ich kenne viele Ansätze und Wege, die versuchen an den “Kern” des Problems, des blind spot, mit ihren Methoden vorzudringen.( Spirituell-kontemplative Praktiken, Meditation, Theory U u.v.a.) Als blind spot versteht man den “Ort”, von wo aus unsere Handlungen, zb unsere Entscheidungen, als Impuls oder Intention ausgehen – mehr oder weniger bewusst. Die Komplexität dieses Synapsen-Klapperns ist mit wenigen Sätzen weder zu erklären noch angemessen zu beschreiben. Es geschieht trotzdem, täglich millionenfach. Nennen wir es der Einfachheit geschuldet: Gewohnheiten. In Jahrtausenden entwickelt, erprobt und zeitlich immer mal wieder angepasst. Ein richtig guter Überlebensmodus. – Einfach gesagt: je besser wir uns selbst verstehen, desto besser kommen wir mit dem Verhalten anderer klar. Und: wir wissen alle, wir schwer es ist, Gewohnheiten zu verändern.

(Die Hummel weiß wahrscheinlich auch nichts über die Gesetze der Termodynamik – und fliegt einfach los.)

Die Entwicklung und Kultivierung von Achtsamkeit kann ein radikaler Lösungsansatz für dieses blind spot-Dilemma sein. Als Coach weiß ich um die Bedeutung von Präsenz und Committment in der Beziehung zu meinen Kunden und dass diese Haltung für die Qualität gut laufender Prozesse verantwortlich ist. Daher ist es nicht leicht, Mindfulness oder Achtsamkeit zu definieren, es Menschen zu erklären, die die “Wirkung in Präsenz” noch nicht erlebt haben.

Denn oft erlebe ich, dass Kunden – auch wenn sie taff sagen was sie wollen oder brauchen – es in Wirklichkeit anders ist und die Tiefe des menschlichen Kontakts, das Vertrauen, das entsteht, eine Öffnung in Dimensionen des Seins ermöglicht, die im Alltag nicht zugänglich sind. Und es sind natürlich die Fragen, die inspirieren und zum Nachdenken anregen. Fragen, die Zusammenhänge erhellen, dass open minded sein des Coachs und der Kunde, die Kundin, die in die so entstehenden Raum-Atmosphären folgt. Oft sind es Momente, in denen Tränen fließen dürfen – auch bei Männern – natürlich immer noch seltener.

Diese Momente verdeutlichen mir, was dies doch für ein schöner Beruf ist. Ich bekomme viel zurück. – Die persönliche Reife für diese Arbeit zu erlangen, war ein langer, zum Teil auch harter Erkenntnisweg. Und der hört erst mit dem Tod auf- vielleicht geht es aber auch weiter. Wir werden sehen! – Daher ist mir auch sehr bewusst, dass mindful coaching eine Schnittstelle sein kann für die Veränderung der Welt zu einem besseren Ort. Die Menschen, die zu mir kommen, tragen Verantwortung für Entscheidungen mit Wirkung und Konsequenzen. Im Coaching ist bei mir immer Raum, um über Werte zu reden, sie auf den Prüfstein der Wahrheit zu legen, denn wir werden durch das bestimmt, was wir denken und fühlen. Was immer es auch ist.

Diese innere Sicht auf achtsame Selbststeuerung ist die Verantwortung von Coaches, die in achtsamer Haltung ihr Hand-, Herz- und Kopfwerk ausüben. Jede Situation ist einzigartig, neu und frisch. Es gibt keine Routinen, keine Checklisten-Anworten, keine Standard-Situationen. Es ist lebendig, der Geist sollte wach und gegenwärtig im Moment sein. Das ist das Versprechen an die Kunden, der belastbare Grund von mindfulness. Achtsam im Umgang mit sich und dem Anderen. Compassion, Mitgefühl mit dem wahren Anliegen, das erkannt und gewürdigt werden will. Darauf kommt es mir an und das sichert letztendlich die Ethik und Qualität der Arbeit.