Feeds
Artikel
Kommentare

Resilienz denken

IMG_0911Wie sagte Immanuel Kant: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie. – Danach kam Hegel und sagte: Wenn die Wirklichkeit nicht mit meiner Theorie übereinstimmt, um so schlimmer für die Wirklichkeit. – Der Mann wußte sein eigenes Denken noch zu schätzen. Damit sieht es heutzutage flächendeckend etwas leichter bekleidet aus. Ein Dilemma? Mal sehen.

Resilienz denken. 1te Annäherung.

Was könnte unternehmerischer Erfolg in Zukunft sein? Wenn KundenNutzen und WeltZiele im Angebot kombiniert werden.

Ich möchte das Buch von Karsten Drath Resilienz in der Unternehmensführung für meine erste Annäherung benutzen. – “Das Konzept der Resilienz ist wahrscheinlich die Schlüsselkompetenz für Führungskräfte in der heutigen Zeit.” So Dr.Stefan Seiss in einem der vielen hochkarätigen Vorwörter des Buches. Er macht auch deutlich, dass Karsten Drath seit zwei Jahren sein Coach ist und das Executive Resilience ein ganzheitlich-persönlicher Arbeitsansatz ist, den er wohl selbst durchlaufen hat. ( Das hochkarätige Führungspersönlichkeiten und Entscheider sich als “Coaching-Bedürftig” outen, lese ich sehr selten – aber es ist für mich als Coach und Mediator wohltuend zu lesen, weil es auf höheren Etagen aus vielfältigsten Gründen dringend nötig ist, sich einen geeigneten Coach als SparringPartner zu suchen. Stichwort: Die Einsamkeit an der Spitze.) Resilienz kann u.a. im ersten Entwurf so beschrieben werden: zwischen Widerstand und Anpassung die Balance zu suchen und herstellen zu können. Klingt einfach ist aber ein sehr komplexer Vorgang – sofern es überhaupt gelingt. Wie sagt der Nobelpreisträger Daniel Kahneman: Mangelnde Selbstregulation ist die gravierendste gesellschaftliche Krankheit unserer Zeit. – Von Selbstführung ist also die Rede – denn wenn sie dabei Schwierigkeiten haben, wie wollen sie dann andere führen oder Vorbild sein…und damit sind wir mitten drin in den Fragen zur Resilienz. Weiterlesen »

IMG_0900Schwäbisch-Gemünd 17. Januar 2016. Neujahrsempfang der Gleichstellungsbeauftragen, Frau Heer, und des Bürgermeisters Richard Arnold für sozial engagierte Frauen. Der Saal war gefüllt mit 400 Frauen – ein paar Männer waren auch darunter. Die Biografin und Resilienzforscherin Kathleen Battke, Zukunftspioniere GbR, war für die Keynote eingeladen. ” Ihr werdet was erleben – wie Frauen Schwieriges meistern” war das gewünschte Thema. – Gerne. Tolles Thema für einen Jahresauftakt, dachten wir. – Seit 10 Jahren sammeln wir Erfahrungen mit resilienzfördernden Prozessen bei Menschen und Organisationen. Daher sind wir auch bereit – immer wieder – Menschen etwas zuzumuten. Die Komfortzone etwas dehnen – die Zumutung fängt beim Hören an…bleibt vielleicht sogar in den inneren Welten hängen und formiert eine eigene Frage.

Höhepunkt war eine kurze Lesung aus dem neuen Buch Ascheperlen. Im Saal war es total still. Es war ein kurzer Text von Lise Weill: Zeugen-Worte, über ihren Besuch in Auschwitz-Birkenau. – Eine Frau links hinter mir hat Tränen in den Augen. Wie sich im Nachgespräch herausstellte, dachte sie beim Hören an ihre Mutter. So ging es wohl vielen. – Danach direkt zum Zug. Enger Zeitplan. Leider fiel der Zug aus. Sonntag 40 km außerhalb von Stuttgart ist für die Bahn Provinz. Natürlich sollten Resilienzforscher kommunikativ sein, heißt: Am Bahnhof trafen wir auf Leidensgenossen. Solidarität und die nachträgliche Dankbarkeit der Gastfreundschaft fuhr uns nach Stuttgart HBF und wir bekamen pünktlich unseren Anschluß. – Ach ja – Stuttgart 21. Alles Baustelle. Gottseidank war Sonntag.

IMG_0375Wir wünschen euch allen ein frohes und glückliches Neues Jahr 2016!

In der Silversternacht saßen wir um das Feuer und sprachen über Muster des Gelingens. Über uns der Sternenhimmel und die Runde befand sich mitten im Council. Council ist eine uralte Form des Kreisgesprächs mit sehr einfachen Regeln: höre, lausche auf die Tiefe der Worte, sprich aufrichtig von Herzen, versuche in einen Zustand des Nicht-Wissens zu kommen. Council wird auch der Kreis der Wahrheit genannt und was gesagt und gehört wird bleibt vertraulich. Außerhalb des Kreises wird nicht über Inhalte gesprochen – es sei denn, dringende Anliegen erfordern eine Erlaubnis dazu. – Diese Regeln haben einen tiefen Sinn – nur so entfaltet ein Kreis seine Energie und Kraft.

Wir sprachen also über Muster des Gelingens, unsere persönlichen Erfahrungen damit, über neurobiologische Erkenntnisse, über unterschiedliche spirituelle Erfahrungen, über Aufträge im Neuen Jahr, über Resilienzforschung und Biografie-Arbeit, über unser neues Buch Ascheperlen und die Erfahrungen aus unserem Auschwitz-Retreat letztes Jahr, über Lern- und Verhaltensforschung, über die neusten Ice-Breaker Methoden der Moderationsforschung, über Design Thinking und den Flow der Teamarbeit, über Entrepreneurship und Geschäfts-Modelle, die in Zukunft wirklich gebraucht werden…zwischendurch wurden schöne herzwärmende Lieder gesungen und ein guter Rotwein getrunken und dann war er da…der seltene und kostbare Moment in Menschengruppen…und ich hatte das Gefühl, dass es alle bemerken und es deshalb so still wurde im Kreis, dass nur vereinzelte Knallkörper zu hören waren und das Rascheln des Windes in den Bäumen…der Moment der Erkenntnis oder der Einsicht, dass auf diese freudvolle und zugewandte Weise, durch Respekt und Würdigung der einzelnen Beiträge, durch Sympathie und leidenschaftliches Engagement in der jeweiligen Sache…vielleicht nur so…die Grundlage für Durchbruchs-Erfahrungen, für wirkliche Transformation entstehen kann.

Wir wünschen euch allen in diesem Jahr kostbare Momente in Gemeinschaft dieser Qualität. Die Energie, die so erzeugt wird, kann die Welt zu einem besseren Ort machen – auf jeden Fall unser eigenes Leben!

 

 

Eine biografische IntensivWerkstatt für ÜberlebenskünstlerInnen…und die, die es werden wollen

Samstag 20. + Sonntag 21. Februar 2016
in der Stiftung ÜBERBRÜCKEN Berlin

Wir Menschen streben nach Sinn im Leben – persönliche Antworten auf die Fragen nach dem Warum und Wofür sind der Schlüssel zur Mobilisierung der Überlebenskraft in extremen Situationen. Ohne das Vertrauen, dass es ein lohnenswertes Ziel in der Zukunft des eigenen Lebens gibt, kann unser Wille zum Leben physisch, emotional und spirituell verloren gehen.
Verlusterfahrungen stehen in einem direkten Wirkungszusammenhang mit persönlicher Gesundheit und Sinnsuche. Mittlerweile ist belegt, dass das Sprechen über eigene Belastungen, mitfühlendes Zuhören und Gehört-Werden sowie biografisches Schreiben als kreative Reflexionskunst eine heilsame Wirkung auf das Immunsystem haben.

In dieser zweitägigen IntensivWerkstatt gehen wir dieser Spur mit einem Ressourcenblick nach: Wie können wir unsere Verletzungen als Kraftquelle begreifen und nutzen? Wo hat uns dieses Schicksal mit speziellen Sensibilitäten und Fähigkeiten ausgestattet, die unsere Resilienzkräfte stärken? Wie lassen sich Schwächungen in Stärken übersetzen?
Impuls für den achtsamen Austausch und das Schreiben an diesem Wochenende ist nicht nur der Blick zurück. Uns ist bewusst, dass besonders Gegenwart und Zukunft unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Und so leitet uns der Wunsch nach der Integration von Belastendem aus der Vergangenheit, damit wir uns endlich mit ganzer Lebenskraft dem Heute und dem Morgen zuwenden können.
Anregungen aus Resilienz-Forschung und Biografiearbeit sowie kreativem Schreiben erleichtern das Erinnern, das Imaginieren und in-Worte-Fassen.
Vorkenntnisse braucht es nicht. Was es sehr wohl braucht ist die Bereitschaft, sich in einem geschützten Rahmen heiklen Themen zu stellen – kühn, ernsthaft, ehrlich. Und mit Humor.

Zur Anmeldung

Mindful Coaching

Stupa-in-Samye-Ling_300Großes Denken wird immer aus Krisen entwickelt. – Viele Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen haben das in vielen Jahrhunderten vor uns erkannt, gesagt und hervorgebracht. Die Krisen kamen trotzdem immer wieder. – Ich kenne viele Ansätze und Wege, die versuchen an den “Kern” des Problems, des blind spot, mit ihren Methoden vorzudringen.( Spirituell-kontemplative Praktiken, Meditation, Theory U u.v.a.) Als blind spot versteht man den “Ort”, von wo aus unsere Handlungen, zb unsere Entscheidungen, als Impuls oder Intention ausgehen – mehr oder weniger bewusst. Die Komplexität dieses Synapsen-Klapperns ist mit wenigen Sätzen weder zu erklären noch angemessen zu beschreiben. Es geschieht trotzdem, täglich millionenfach. Nennen wir es der Einfachheit geschuldet: Gewohnheiten. In Jahrtausenden entwickelt, erprobt und zeitlich immer mal wieder angepasst. Ein richtig guter Überlebensmodus. – Einfach gesagt: je besser wir uns selbst verstehen, desto besser kommen wir mit dem Verhalten anderer klar. Und: wir wissen alle, wir schwer es ist, Gewohnheiten zu verändern.

(Die Hummel weiß wahrscheinlich auch nichts über die Gesetze der Termodynamik – und fliegt einfach los.)

Die Entwicklung und Kultivierung von Achtsamkeit kann ein radikaler Lösungsansatz für dieses blind spot-Dilemma sein. Als Coach weiß ich um die Bedeutung von Präsenz und Committment in der Beziehung zu meinen Kunden und dass diese Haltung für die Qualität gut laufender Prozesse verantwortlich ist. Daher ist es nicht leicht, Mindfulness oder Achtsamkeit zu definieren, es Menschen zu erklären, die die “Wirkung in Präsenz” noch nicht erlebt haben. Weiterlesen »

Der Entrepreneur als ÜberLebenskünstler

Gute FRAGEN sind oft wichtiger als Antworten, denn sie regen zum DENKEN an. Los geht`s:

Wozu dienen Konflikte? Wozu dienen Lösungen?

Kommt systemisches Denken immer vom Warum zum WOZU?

Ist das WOZU gleich SINN?

Was bringt durchschlagende Wirkung?

Ist Mediation das Beste für Entscheidungen und Nachfolge im Konsens?

Wie kommt man von Erstarrung in eine weite Perspektive?

Unterschiede entscheiden…was passiert da genau im Hirn?

Was genau bedeutet wesentlich werden?

Ist Dampf ablassen immer gut?

Wie und wo lernt man WahrnehmungsIntelligenz?

An den Rändern tanzen… führt das automatisch ins Zentrum?

Öffnet Musterbrechung immer den Zugang zu den eigenen Ressourcen?

Kann Transformation eine Kompetenz sein?

Was sind heute im Kopierzeitalter Wettbewerbsvorteile mit längerer Zukunft?

In welchem Rythmus sind Geschäftsmodell-Innovationen zu überprüfen?

Ist die Position des First Mover für junge Leute wirklich noch interessant?

Liegt in der Traumatisierung wirklich eine Ermutigung?

Führt konsequente Resilienz zur Salutogenese – oder ist es umgekehrt?

Wo liegt die Wahrheit bei oder in einer paradoxen Intervention?

Wie sieht man auf Probleme aus der Haltung des Nicht-Wissens?

Sehen gute Lösungen das “Problem” aus der Zukunft?

Braucht man für mehr zukunftsorientiertes Wachstum komplexere Organisationen oder recht gute Führung?

Denken Frauen und Männer grundsätzlich anders über Werte in unsicheren oder ungewissen Zeiten nach?

Sind innere Bilder kooperationsfähig?

Zeigt gutes Gelingen sich erst im Ergebnis oder bereits im Prozess?

Wie sieht die Pflege alter Menschen in Deutschland in 50 Jahren aus?

Sind geniale Zukunfts-Lösungen nur noch als Teamleistung möglich?

Wäre dann interdisziplinäres Design Thinking alternativlos?

Kann ein unstrukturierter Haufen Informationen bereits Wissen sein?

Kann man heutzutage überhaupt noch Teams führen ohne Weitsicht, Humor und Bescheidenheit?

…ad infinitum ist weiterfragen lustvoll möglich.

Strassenretreat Tel AvivUnter dem Titel “Dem Elend standhalten” hatte medico international in Frankfurt am Main am 05. Juni 2015 zu einer Abendveranstaltung eingeladen. Der Saal war wohl vollbesetzt. – Im Wesentlichen ging es um die Situation in Griechenland und die Folgen für die Demokratie in Europa. – Das Stiftungssymposium kreiste in mehreren Vorträgen um grundsätzliche Fragen: Widerstand oder Anpassung? Haben wir es mit einer “Privatisierung der Lebensführungs-Risiken” zu tun? Ist dies das Ziel einer leoliberalen Politik…die letztendliche Verantwortung für ein gelingendes Leben absolut in die Hände des Einzelnen zu legen, dh der Staat – konkret: die politische Verantwortung der Mandatsträger für das Schaffen dafür geeigneter Rahmenbedingungen – gibt – angesichts der realen Bedingungen der Welt – diese Zielsetzung, weil immer mehr Territorium verlierend, auf? – Außerdem waren die Veranstalter von medico der Ansicht, dass diese Tagung die erste interdisziplinäre Zusammenkunft sei, die sich kritisch mit dem Konzept und Begriff Resilienz auseinandersetzt.

Es lohnt sich auf die Website von medico international zu gehen und die Vorträge des Abends im download-Bereich zu lesen oder die Videos anzuschauen.

Hier herausgreifen möchte ich speziell den Blog-Beitrag von medico Geschäftsführer Thomas Gebauer: Das Paradox der Resilienz.

Seine These: das aktuelle Konzept der Resilienz als Allheilmittel und Wunderwaffe zur Krisenbewältigung stabilisiert genau jene Verhältnisse, die Krisen hervorrufen.

Meine Antwort: Es kommt immer auf die Haltung an. ( Wie heißt es doch: an ihren Taten werdet ihr sie erkennen…)

Wenn der Krisen-Rythmus sich beschleunigt – aufgrund global höchst dynamischer Interdependenzen – und Regierungen nicht mehr in der Lage wären oder sind, Vorkehrungen – das heißt politische Lösungen – für ihre BürgerInnen zu schaffen, bleibt denen nichts anderes übrig als resilienter zu werden. ( Die Lage in Griechenland dürfte – aus der Sicht der Menschen dort – wohl als anschauliches Beispiel konkret genug sein, um über alle Facetten gegenwärtiger und zuküftiger Resilienz nachzudenken!)

Dem Begriff der Resilienz würde das normative Konzept “durch aktive Gestaltung der Verhältnisse menschenwürdigere Lebensumstände zu schaffen und Gefahren zu minimieren” fehlen. Also implizite Wertvorstellungen als politischer Auftrag – diesen Fokus hat nach Thomas Gebauer das Selbstverständnis und die Praxis von Resilienz nicht. Diese Aussage zielt wohl auch etwas in Richtung Trendforscher Matthias Horx, der Nachhaltigkeit als Harmonie-Illusion verunglimpft und sowieso in den nächsten Jahren vom Begriff der Resilienz abgelöst würde.

Frage: wieso sollte ein Resilienz-Konzept per se hilflos gegenüber gewaltsam ausbeuterischen, kapitalistischen zerstörerischen Verhältnissen sein? Weiterlesen »

Buch Von der Zukunft her führenTheorie U in einem Satz: Wie kann ich den Ort, von dem aus ich handle, verändern? … (und: Warum sollte ich das wollen?)

Was sagt Kurt Lewin dazu – einer von Otto Scharmers geistigen Mentoren am MIT: Man kann ein System nicht verstehen, solange man nicht versucht es zu verändern. – Das ist kraftvolles System Denken. Eine Disziplin von lernfähigen Organisationen. Immer versuchen, das ganze System – wenigstens durch Repräsentanten – in den Raum zu holen, um mit sinnvollen Interventionen größmögliche Wirkung zu erzielen. – Logisch, denken Sie.

Als das erste Buch über Theorie U 2009 auf deutsch im Carl-Auer Verlag erschien, schrieb Otto Scharmer im Vorwort: Mit dieser Übersetzung ins Deutsche kehrt Theory U “nach Hause” zurück. – Damit gemeint war – meiner Lesart nach – ein tiefes Verständnis von wissenschaftlicher systemtheoretischer Forschung im 20.Jahrhundert, das ohne phänomenlogische, epistemiologische und ontologische Quellenstudien deutscher Philosophen wie Husserl, Heidegger, Nietzsche und Wittgenstein nicht möglich ist. Scharmer nannte es den Feldgang.

Selbstverständlich waren wir von der Zukunftspioniere GbR beim ersten Global Classroom 2008 des Presencing Institute dabei, und natürlich hatten wir in der Folge Arbeitsgruppen in Köln und Hamburg – zum Teil über Jahre – mit Unternehmensberatern, Coaches und Mediatoren, um den Theorie U Ansatz von innen heraus zu erkunden, um Selbsvergewisserung und Erfahrungsaustausch zu betreiben, um herauszufinden: was ist daran wirklich NEU – was taugt es in der Praxis wirklich, können wir damit arbeiten…. –

Weiterlesen »

DSC03264Krisen und Knappheiten

Was sind unter dieser Überschrift “konkrete Notwendigkeiten” für unsere Zukunft? Von der Endlichkeit der Ressourcen als Grundlage für zukunftsfähiges, lösungsorientiertes Design Thinking ausgehend, werfe ich ein paar schwerwiegende Fakten in den Ring: ca 7 Millonen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschlang jährlich auf dem Müll, ca 800.000 Tonnen Keider in den Sammel-Containern, fast 1 Million Tonnen ElektroSchrott ( Handys, Computer, Fernseher etc. ) geht Richtung Übersee – Indien, Afrika – zur Trennung kostbarer, wiederverwertbarer Komponenten. – Der Kreislauf aus angelockter und wohl leicht verführbarer Kaufkraft, immer noch zu billiger Transportkapazität, nicht einkalkulierter Umweltkosten, immer kürzer werdende Produktzyklen (Stichwort:eingebaute Obsoleszenz) hat uns den – angeblich notwendigen – Wachstumswahn aufs Auge gedrückt. Die Zerstörung bringt paradoxe Phänomene hervor: der Gewinn des Einen ist der direkte Tod des Anderen. Die traditionelle Ökonomie steuert auf ein knallhartes Burnout zu, denn die den Bürgern eingepflanzten mentalen Lebensmodelle taugen nicht mehr für eine zukünftige (Über-)Lebensqualität. Gewohnheiten und Alltagsroutinen – bewiesenermaßen erstaunlicherweise gerade der gebildeteren Schichten – sind resistent gegen aufklärende Information. Wozu ist dieser Text hier also gut?? – Wie soll Transformation unter diesen Bedingungen gelingen?

Share Economy

Grundlage: Klimafolgebericht der Weltbank aus dem Jahr 2014. Die Dominanzkulturen bestimmen wo`s langgeht – so drückt man das soziologisch aus. Und das bedeutet: Mangel – egal wo und in welcher Form –  ist so langfristig nicht zu beseitigen. In einer kapitalistischen Konkurrenz- und Wettbewerbskultur ist aggressive Ungleichheit der ökonomischen Veteilungskurve vom Ziel her klarer denn je: 1% gegen 99%! Ist aber kein Automatismus, sondern braucht immer das “Einverstandensein” mit oder von einem bestimmten Typ Mensch. Und das scheint mir die wesentliche sozialpsychologische Frage der Zeit zu sein: wie gelingen dynamische Wechselwirkungen zwischen individuellen Lebensentwürfen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten, die umsetzbare Klarheit befördert und Verteidigung von Status Quo langweilig bis überflüssig macht? Eine Zwischen-Antwort kann die Share Economy sein – Teilen mit anderen ist das Neue Konsumenten-Glück. Es ist sinnvoll, macht weniger einsam, weil schafft mehr Kontakt, macht Freude, ist sowieso billiger, löst viele Probleme – und kann die Grundlage für eine neue Kultur des Weniger ist mehr sein.

:teile dein Auto mit anderen, den Rasenmäher, die Bohrmaschine, dein Werkzeug, das Fahrrad, dein Wissen, deine Wohnung, dein Wohnmobil, deinen Rollator, dein Elektroauto, deine Ferienwohnung oder Haus, deinen Garten (…Gemeinschaftsgarten), deine Gedanken….etc..

Und genau das ist doch der Punkt: weil die meisten von uns alles haben, doppelt und dreifach – wieso muss es dann automatische mehr werden? Geteilt wurde früher in Mangelkulturen und Nachkriegszeiten – wir haben jetzt die Chance, eine Strategie des Weglassens zu entwickeln, die nicht mehr auf ausgeklügelte Verfeinerung und Diversifizierung setzt, sondern auf Verzicht im Sinne von Erneuerung, auf Neuerfindung in der besten sozialen Qualität, die zu haben ist. Eine neue Kultur des : Weniger ist wirklich Mehr – d.h. Nutzen statt Besitzen.

Nachtrag:”Die eigentlich innovative Leistung liegt darin, das Prinzip des Teilens so attraktiv zu machen. dass es in seiner Praxis konventionellen Verhaltensweisen überlegen ist.” So schreibt Prof. Faltin in seinen neuen Buch Wir sind das Kapital auf Seite 269. Für alle Entrepreneure und die, die es werden wollen: unbedingt lesen!

Uns ist klar: ein Jahrhundertprogramm. – Es darf aber gern ein wenig schneller gehen. Auf geht´s, in die LABs – come in and find out.

Viele haben es wahrscheinlich noch gar nicht richtig wahrgenommen, aber im Laufe der letzten Jahre haben sich die Kräfteverhältnisse der Wirksamkeit von Individuen und Institutionen eindeutig zugunsten der aktiven Menschen und Kleingruppen verschoben. Daher:”Bezweifle nie, dass eine kleine Gruppe von Menschen die Welt verändern kann.” ( Margret Mead )

Es gibt genug Entrepreneure in aller Welt, die das täglich unter Beweis stellen.

Daher gilt für 2015 auf jeden Fall folgende Erkenntnis: die kritische Masse, auf die es wirklich ankommt, ist die, die du jeden Morgen im Spiegel siehst.

Ein glückliches Jahr für alle Menschen, die noch wissen, wie man durch Selberdenken und richtigen Hirngebrauch die Welt zu einem besseren Lebensort machen kann!

Ältere Artikel »